Strom in kommunaler Hand wäre eine Chance für die Zukunft
Der SPD-Kreisverband Herford sieht bei einer möglichen Übernahme der Stromnetze durch die Städte und Gemeinden große Chancen für Zukunft der Region. „Wir wollen die Gewinne, die Arbeits- und Ausbildungsplätze, die durch die Stromnetze entstehen, in den Kreis Herford holen,“ so der SPD-Kreisvorsitzende Stefan Schwartze (Vlotho).
In den Jahren von 2013 bis 2017 laufen in den Städten und Gemeinden des Kreises Herford die Konzessionsverträge der Energieversorgungsnetze aus. Bis dahin ist zwar noch etwas Zeit, aber die Ausschreibungen müssen zwei Jahre vorher bekannt gemacht werden. Der SPD-Kreisverband Herford lud daher Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende zu einem ersten Informationsgespräch über eine mögliche „Rekommunalisierung der Stromnetze im Kreis Herford“ ein.
Mit den Geschäftsführern der Stadtwerke Herford, Detlef Jeretzky und Dipl.-Ing. Alfred Würzinger von der Energie- und Wasserversorgung Bünde (EWB), zeigten zwei versierte Versorgungsunternehmer die Chancen durch eine Rücknahme der Energieversorgung in kommunaler Hand auf. Hierbei sei die Einflussmöglichkeit auf die Infrastruktur, die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, die Gewährleistung einer sicheren und günstigen Energieversorgung der Bürger sowie die Wertschöpfung in der Region nicht zu unterschätzen. Vorstellbar sei die Gründung eines Stadtwerkes oder Kreiswerkes, bei dem die Städte und Gemeinden ihr Versorgungsgebiet gemeinsam bedienen und entwickeln.
„Es ist eine Grundvoraussetzung,“ so Stefan Schwartze, „alle Chancen und Risiken sorgfältig zu prüfen. Die Kommunen können in der schwierigen Finanzsituation keine Abenteuer eingehen. Es ist aber eine einmalige Chance, nach dem großen Fehler des EMR-Verkaufs, Einfluss auf die Daseinsvorsorge zurück zu gewinnen. Sollte dies gelingen, muss es unser Ziel sein auch in die Erzeugung erneuerbarer Energie vor Ort zu investieren.“
Wichtig ist für die SPD im Kreis Herford bei der Gründung einer Netzgesellschaft auch den Blick über die Grenzen des Kreis Herford hinaus zu richten und mögliche weitere Partner frühzeitig in die Überlegungen mit einzubeziehen.
Im nächsten Schritt müssen aus der Sicht der SPD jetzt in den Rathäusern sowie in den Stadt- und Gemeinderäten alle Chancen und Risiken für die Gründung einer gemeinsamen Stromnetzgesellschaft geprüft werden. Die Entscheidungen werden vor Ort in den Kommunen getroffen.


